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Agnes Deutschbein - Feld 38 A, Nr. 55 – 56

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Agnes Deutschbein erblickte am 17. November 1898 in Echternacherbrück das Licht der Welt. Die Familie zog 1905 zunächst nach Euenheim und 1906 nach Euskirchen.
Als ihre Mutter 1908 bei der Geburt eines Kindes am Kindbettfieber starb, musste Agnes die Volksschule nach der siebten Klasse vorzeitig verlassen, um ihre jüngeren Geschwister mitzuversorgen.

Nach einem längeren Aufenthalt bei Verwandten in Holland absolvierte sie 1926 und 1927 in Wuppertal-Elberfeld eine Ausbildung zur Hebamme. Im Sommer 1927 bezog sie in Euskirchen eine kleine Wohnung in der Hochstraße und ließ sich als freiberufliche Hebamme nieder.
Zu dieser Zeit waren Hausgeburten die Regel. Erst zu Beginn der 1930er Jahre wurde auf Initiative Euskirchener Ärzte im damaligen Marienhospital eine Entbindungsstation eingerichtet – zunächst mit acht Betten für Notfälle.

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Wie alle Hebammen, so musste auch Agnes Deutschbein Tag und Nacht auf Abruf zur Verfügung stehen. Geregelte Arbeitszeiten gab es nicht. Für Privatleben oder gar eine eigene Familie blieb keine Zeit.
Voruntersuchungen, Entbindungen und die Geburtsnachsorge im Stadtgebiet von Euskirchen, aber auch in den Dörfern Euenheim, Elsig und Frauenberg, hielten Agnes Deutschbein auf Trab.
Die Wege zu den Familien legte sie in den ersten Jahren mit dem Fahrrad, später mit einem Moped zurück. Stets mit wehendem Schleier auf dem Fahrrad oder dem Moped unterwegs, gehörte Agnes Deutschbein fest zum Stadtbild von Euskirchen.

Als in den Jahren 1944 und 1945 die großen Flüchtlingsströme einsetzten, war es manchmal nicht möglich, für die flüchtenden Frauen rechtzeitig zur Entbindung ein Haus zu finden. So betreute Agnes Deutschbein einmal acht Frauen mit ihren Säuglingen in einem Erdbunker bei Frauenberg.
Ab Mitte der 1950er Jahre fanden mehr und mehr Geburten auf der Entbindungsstation des Marienhospitals statt. Agnes Deutschbein war auch dort als freiberuflich Hebamme tätig – neben der Betreuung der Hausgeburten.

Moped_Agnes Deutschbein

Für mehr als dreißig Kinder, oft aus Familien mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten, übernahm sie die Patenschaft. Im Volksmund wurde sie daher oft „Storchentante” genannt.
Im Laufe ihrer mehr als 40 Berufsjahre betreute Agnes Deutschbein ca. 13.000 Entbindungen. Für ihren unermüdlichen Einsatz erhielt sie 1965 das Bundesverdienstkreuz.
Mit 70 Jahren ging Agnes Deutschbein im November 1968 in Ruhestand.
Sie verstarb am 17. April 1986 im Alter von 87 Jahren.
Seit 2003 trägt eine Straße zwischen der „Jahnstraße“ und „In den Herrenbenden“ ihren Namen.

Agnes Deutschbein