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Magdalene und Emilie Hänel - Feld 21 A, Nr. 62 – 65

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Ernst Gustav Hänel (17.02.1869 bis 29.12.1936) wurden in Bad Muskau/Berg an der Neisse geboren. Er war von Beruf Töpfer. Als 1897 die Westdeutschen Steinzeugwerke in Euskirchen öffneten, kam er mit Freunden ins Rheinland, um hier in Euskirchen als Ausbilder für das Töpferhandwerk zu arbeiten. In Euskirchen lernt er Elisabeth Habbig (14.02.1878 bis 13.01.1954) aus Odendorf kennen, die bei der Familie Frings, Malzfabrik, als Köchin arbeitete. In der Familie Habbig waren alle dagegen, dass die Tochter einen „Ketzer” (Evangelischen) heiratete und so richtete Antonie Frings, die Ehefrau von Jacob Frings, nachdem sie Gustav Hänel kennen gelernt hatten, den beiden die Hochzeit aus. Am 08.02.1901 wurde in Euskirchen katholisch geheiratet.

Aus dieser Ehe gingen vier Töchter hervor, die katholisch getauft und erzogen wurden:

Maria Magdalene 11.11.1901 bis 14.02.1984
Maria Auguste Emilie 28.12.1902 bis 30.06.1993
Elisabeth Gertrud 22.07.1911 bis 10.11.2004
Berta Anna 04.02.1914 bis 09.08.1993

 

Maria Magdalene (11.11.1901 bis 14.02.1984) besuchte in Euskirchen die Ostschule und kam 1915 auf die Präparandie zur Vorbereitung auf den Lehrerberuf. Nach drei Jahren ging Magdalene Hänel nach Münstereifel zum Lehrerseminar. Als dieses nach einem Jahr geschlossen wurde, besuchte sie das Seminar in Saarburg. 1921 beendete sie die Ausbildung. Da keine Stellen vorhanden waren, ging sie als Bürokraft zur Stadt Euskirchen, zu Rentmeister Asselborn und später zur Berufs- und Handelsschule. Ihre erste Stelle als Lehrerin war Jahre später in Friesheim. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen sie mit ihrer Schwestern Emilie an die Westschule nach Euskirchen und blieben dort bis zur ihrer Pensionierung 1966.

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Maria Auguste Emilie (28.12.1902 bis 30.06.1993) besuchte ebenfalls die Ostschule, kam 1916 auf die Präparandie und ging auch ein Jahr später nach Saarburg auf das Lehrerinnenseminar. Dort beendete sie 1922 ihr Studium, konnte aber ebenfalls in ihrem erlernten Beruf keine Anstellung finden. Emilie fand in der „Taubstummenanstalt” (Gehörlosenschule) eine Tätigkeit als Bürokraft, die sich in den 12 Jahren bis hin zur Unterstützung der damals noch dort tätigen 15 Schwestern aufbaute. Erst 1934 konnte sie in ihrem Beruf arbeiten, sie wurde für sieben Jahre Hilfslehrerin in Wißkirchen. 1942 kam sie an die Westschule nach Euskirchen, an der schon ihrer Schwestern Magdalene Hänel unterrichtete. Dort blieb sie bis zu ihrer Pensionierung im Frühjahr 1966

Ehrenamtlich halfen die Schwestern Magdalene und Emilie Hänel nach dem Krieg die Menschen im Rosental und den „Baracken” auf der Roitzheimer Straße zu betreuen. Als die „Care-Pakete” aus Amerika eintrafen, wurden bei Hänels riesige Dosen mit Chesterkäse in Portionen abgepackt und an Bedürftige verteilt. Mit Maria Kübel, der Ehefrau des Leiters der Taubstummenanstalt, arbeiten die beiden Schwestern auch in der Pfarrcaritas St. Matthias. Nach ihrer Pensionierung übernahm Emilie die ehrenamtliche Tätigkeit voll. Als die Firma Miele ihr Werk zur Roitzheimer Straße erweiterte, mussten die Bewohner der „Baracken” zum Teil in der Stadt untergebracht werden, manche jedoch kamen auch ins Rosental. Die Menschen dort und ihr Schicksal lagen den Schwestern immer besonders am Herzen.

Traueranzeige_Hänel

Als Magdalene Hänel am 14.02.1892 im Alter von 81 Jahren verstarb, kämpfte Emilie bei der Stadt weiter um bessere Bedingungen für die Leute im Rosental. Sie setzte sich dafür ein, dass dort Straßenbeleuchtung installiert und die Wege zum Teil asphaltiert wurden. In einer der Baracken organisierte sie eine Hausaufgabenbetreuung für die Kinder. Emilie Hänel legte nie die Hände in den Schoß. Schon gleich nach dem Zweiten Weltkrieg hatte sie sich in der Caritas-Gemeinschaft engagiert. Weitere Aufgaben lagen in der Mitarbeit im Pfarrgemeinderat für 12 Jahre bis 1981, der Gründung des Altenclubs oder dem „Arbeitskreis Rosental“.

Für ihre langjährigen Verdienste im sozial-caritativen Bereich erhielt Emilie Hänel am 02.12.1982 durch Landrat Josef Linden das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (Datum der Verleihungsurkunde vom 24.08.1982). Dieser Ehrung durch den Staat war am 23.04.1982 die Würdigung ihrer Arbeit durch die Kirche mit der Verleihung des Ehrenkreuzes „Pro Eclesia et Pontifice“ vorausgegangen. Diese Auszeichnung wurde damit begründet, dass sie sich nach ihrer Pensionierung als Lehrerin in außergewöhnlichem Maße in der Pfarrgemeinde eingesetzt habe, als Hauptverantwortliche der Pfarrcaritas in der Sorge um alte und kranke Menschen sowie rühriges Mitglied des Pfarrgemeinderates. Emilie Hänel starb am 30.06.1993 im Alter von fast 91 Jahren nach einem erfüllten und selbstlosen Leben. (13)

 

(13)  Aufzeichnungen von Frau Magdalena Fialik