Ihr letztes längeres Engagement führte sie von Oktober 1934 bis April 1936 an das Süd-Ost-Preußische-Landestheater nach Allenstein. Sie sang hauptsächlich nur erste Rollen. Mit der weiblichen Hauptrolle der Elisabeth in „Der Tannhäuser” war sie die geborene Wagner Sängerin. Sie glänzte in „Fidelio”, „Ariadne auf Naxos”, „Maskenball”, „Lohengrin” und als Hochdramatische in „Toska”; 1936 spielte sie am Stadttheater in Hagen.
Regelmäßig ab 1934 sang Maria Dahmen in der Sendung „Schöne Stimmen” beim Reichssender Köln (Musikaufnahmen von ihr sollen im WDR-Archiv in Köln noch erhalten sein). Dort lernte sie den musikalischen Direktor des Rundfunks in Köln, Leo Eysoldt (10.11.1891 bis 02.04.1967), kennen. Eysoldt wurde in Aachen geboren, war ein deutscher Pianist, Dirigent, Komponist und Arrangeur im Bereich der Unterhaltungsmusik. Er gründete das Kölner Rundfunkorchester und baute den Zweig der Unterhaltungsmusik auf. Am 08.10.1938 begleitete er sie am Flügel beim Festkonzert des Euskirchener Männergesangvereins in der Concordia. Leo Eysoldt, Sohn des Schauspielerpaares Gertrud Eysoldt, später Eysoldt-Berneis (30.11.1870 bis 05.01.1955) und Max Martersteig (11.02.1853 bis 03.11.1926), war geschieden. Am 27.06.1939 heirateten Maria Dahmen und Leo Eysoldt standesamtlich in Köln, die Feier fand im Domhotel statt. Die Verbindung mit Eysoldt war ihrer Karriere weiterhin förderlich. Leider wurde die kinderlose Ehe nach kurzer Zeit geschieden und sie nahm selbstbewusst ihren Mädchennamen wieder an: Sie wollte einfach „Maria Dahmen” sein. Leo Eysoldt leitete in Köln im „Café Germania“ ein 20-köpfiges Salonorchester, das zu den besten Unterhaltungsorchestern der Stadt gehörte und mit dem er mit 14 Musikern im Jahre 1927 als Orchester für anspruchsvolle Unterhaltungsmusik vom Westdeutschen Rundfunk beim Reichssender Köln engagiert wurde. Das „Leo-Eysoldt-Orchester“ bestand bis 1942, als es im Krieg aufgelöst wurde. Eysoldt wechselte 1949 ohne sein Orchester zum Funkhaus Nürnberg des Bayrischen Rundfunks. Er verstarb 1967 auch in Nürnberg.
Ihre Eltern Peter und Katharina Dahmen hatten den Zweiten Weltkrieg überlebt und Maria baute das zerstörte Elternhaus und den Betrieb in der Münstereifeler Straße wieder auf. 1947 und 1948 trat sie als Solistin bei Konzerten wieder im Saale Joisten auf. Höhepunkte in der Kreisstadt waren privat veranstaltete Konzerte und Musikabende in ihrer Wohnung.
Zeit ihres Lebens prägte Maria Dahmen das Euskirchener Stadtbild als stattliche oft mondäne Hüte tragende auffallende Frau.
Persönliche und zeitbedingte Enttäuschungen waren wohl Grund für die gefeierte Sängerin, später dem Alkohol zuzusprechen. Maria Dahmen wollte die Euskirchener provozieren und tat dies auch. Oft kehrte sie in die Gaststätte Vohsen („Vohsens Ühl“) Ecke Wilhelmstraße/Hochstraße ein. Wenn es dem Wirt zu heftig wurde, redete er sie mit Frau Eysold an, was Maria Dahmen gar nicht gefiel, so dass sie das Lokal schnellstmöglich verließ. In den 1970er Jahren befand sich im unteren Stockwerk ihres Hauses die Diskothek „Ladies Night”, wo „Dahmens Marie” manche Nächte im Kreise der Jugendlichen verbrachte. Sie lebte zuletzt zurückgezogen und kümmerte sich um ihre vielen Tiere, 15 Katzen, Perlhühner, Gänse und Pfaue.
Sie starb am 17.11.1979 und wurde auf dem Euskirchener Friedhof im Grabe Ihrer Eltern, Großeltern und ihres Onkels beigesetzt. (36)
(36) Anneliese Heymann, Jahrbuch des Kreises Euskirchen 1999

