Maria Sibilla Dahmen – eine der wenigen gefeierten Künstlerinnen aus Euskirchen. Sie stammte aus dem wohlhabenden Haushalt der Geschäftsleute Eschweiler und Dahmen. Der Vater war ein auch musisch interessierter Möbelfabrikant, die couragierte Mutter Katharina von 1919 bis 1933 eine engagierte Kommunalpolitikerin für die katholische Zentrumspartei.
Das Elternhaus war großzügig und ermöglichte Maria alle nur erdenkliche schulische, wie künstlerische Entfaltung. Sie war intelligent und sprachbegabt, was ihren musikalischen und beruflichen Interessen förderlich war: sie wollte nämlich unbedingt Opernsängerin werden. Es folgte ein Gesangsstudium in Köln und im Berlin der 20iger Jahre, eine turbulente und sozial prägende Zeit.
Ersten Erfahrungen auf der Opernbühne in Osnabrück folgte ein Stimmfachwechsel von der Altistin zum anspruchsvollen dramatischen Sopran. Das erschloss ihr herausfordernde Rollen wie die Carmen und besonders Partien in Bühnenwerken Richard Wagners.
Maria Dahmen wurde einhellig als gesangliches Talent mit viel Temperament und stimmlicher Klasse gefeiert. Merkwürdigerweise gab es trotz der begeisterten Fachkritiken immer nur kurze Engagements.
Es folgten schnelle Wechsel im Jahresabstand nach Hamburg, an die Bühnen in Leipzig - damals die Bühne für große Opernereignisse – sowie an das Landestheater Allenstein und nach Hagen. Viele Stationen in nur 6 Jahren. Damit war 1936 leider die große Opernkarriere bereits beendet. Hohe Gagen für ihre Rollen und das gutsituierte Elternhaus machten Maria Dahmen unabhängig und selbstbewusst. Eine Anbiederung an Funktionäre des seit 1933 dominierenden NS-Regimes und die anrüchige „Besetzungscouch“ lehnte sie strikt und offen ab.

