Josefine und Maria Reiff waren Schwestern mit einem Altersunterschied von einem Jahr. Ihre persönliche und erzieherische Entwicklung verlief entsprechen fast parallel. Die Geburtsdaten 1880 bzw. 1881 und das Sterbejahr 1968 sprechen für sich.
Sie stammten aus einem streng katholischen und konservativen Elternhaus, der Vater war ein alter Veteran der Euskirchener Zentrumspartei, ein gläubiger Christ und Streiter für die katholischen Interessen, besonders in den unseligen Jahren des Kulturkampfes.
Nach der Reichsgründing 1871 eskalierten Auseinandersetzungen der protestantisch geprägten preußischen Kultur- und Schulpolitik mit der katholischen Minderheit im neuen Nationalstaat, besonders im Rheinland. So wurde beispielsweise die geistliche Aufsicht in den Schulen durch eine staatliche Aufsicht ersetzt. Es gab Versuche, die Ausbildung und Einstellung von Geistlichen zu kontrollieren. Der Vorrang der Zivilehe wurde eingeführt.
Die Kinder der Familie Reiff wurden deshalb in einem Kloster im Rheinland erzogen und beschult. Die beiden älteren Töchter Josefine Maria und Maria Anna machen eine Ausbildung zu Lehrerinnen. Josefine arbeitete zunächst bis 1906 in Weilerswist als Privatlehrerin, später waren beide Töchter viele Jahre an der Westschule, der späteren Martinsschule pädagogisch tätig.
