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Sophia Thum, verwitwete Krementz - Feld 12, Nr. 117 – 118

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Die Eheleute Hubert Krementz (12.11.1846 bis 04.10.1892) und Maria Hubertine Sophia (Sofie) geborene Trienes (29.05.1858 bis 07.01.1931) gründeten am 18.07.1881 in der „Neustraße Nr. 20“ ein Lebensmittel- und Gemischtwarengeschäft, aus dem sich ein Lebensmittelfilialbetrieb entwickelt hat. (28) 

In dem Lebensmittel- und Gemischtwarengeschäft wurde alles feilgeboten, was die damalige Bevölkerung, vor allem die ländliche, brauchte. Neben üblichen einfachen Lebensmitteln wurden auch Heringe aus dem Fass, Gewürze, Salz, Petroleum, Tapeten, Farben, Steingut, Porzellan, Sensen, Sicheln, Eisenwaren, Textilien und sogar Bohnenkaffee und Tee geführt. Zum Sortiment gehörten auch Klee-, Gras- und Runkelrübensamen, Dicke Bohnen und Erbsen sowie Stangen- und Strauchbohnen. Die Neustraße entwickelte sich in dieser Zeit zur Einkaufsstraße Euskirchens, diesen Standortvorteil konnte das Ehepaar Krementz nutzen.

Aus der Ehe von Hubert und Sophia Krementz gingen sechs Kinder hervor:

Therese 07.04.1882 bis 19.11.1969
Peter Hubert Carl 27.02.1884 bis 27.11.1910
Maria Catharina Hubertina 11.01.1885 bis 10.11.1921
Josefine Hubertine Gertrud 19.07.1887 bis 14.04.1943
Elisabeth Hubertina Anna 13.06.1890 bis 29.11.1960
Katharina Hubertina Elisabeth 28.01.1892 (Sterbedatum ist nicht bekannt)

Nach dem frühen Tode ihres Mannes im Jahre 1892 führte Sofie Krementz als Frau selbständig das Geschäft weiter. Die Witwe Sofia Krementz thronte hoch über allem an der Kasse, von wo sie stets ein wachsames Auge auf Geschäft und die Lehrlinge hatte. Heute kann man sich kaum vorstellen, dass Zucker und Mehl, Linsen und Graupen, Butter und Kaffee aus offenen Holzfächern mit blinkenden Metallschaufeln auf die Waage geschöpft wurden. 

 

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Im Handelsregister war das Unternehmen eingetragen auf „Hub. Krementz Wwe.“ Die tüchtige Geschäftsfrau schaffte es ihre sechs Kinder vom Gewinn ihres Lebensmittelgeschäftes groß zu ziehen, in einer Zeit, in der es noch kein Kindergeld und keine Erziehungshilfe gab. Mehr noch, auf sich allein gestellt, baute sie ihr Geschäft aus und errichtete mehrere Filialen in Euskirchens näherer Umgebung. Diese lagen nur so weit auseinander, dass man sie mit dem Pferdefuhrwerk bequem erreichen konnte. Nachdem ihr einziger Sohn Karl, der das Geschäft übernehmen sollte, 1910 gestorben war, wurde die Frage der Nachfolge schwierig. 1899 hatte Wilhelm Trappe aus Bottrop seine Lehre im Krementz-Geschäft beendet und rückte nach gründlicher Ausbildung in großen Handelshäusern in die Firmenleitung auf. 

Sofie Krementz heiratet in zweiter Ehe am 24.05.1896 den Lehrer Heinrich Josef Thum (14.07.1852 bis 05.04.1905), gab aber ihr Geschäftsleben nicht auf. Aus der zweiten Ehe stammte eine Tochter, Margarete genannt Etha Thum (28.06.1897 bis 16.03.1970). Auch ihr zweiter Mann starb vor ihr nach nur neun-jähriger Ehe.

Sofia Thum zog sich langsam aus dem Geschäft zurück und übertrug es 1921 zur Inflationszeit ganz auf ihren Schwiegersohn Wilhelm Trappe, verheiratet mit Elisabeth Krementz, einer Tochter aus erster Ehe. Sofia Thum, verwitwete Krementz hatte aus dem Gemischtwarenladen über die Jahre ein blühendes und expandierendes Familienunternehmen gemacht.

Bis 1933 richtete Wilhelm Trappe noch weitere 28 Verkaufsstellen ein, hauptsächlich in der Eifel und bis an die Mosel. 

Aus der Ehe Elisabeth Krementz und Wilhelm Trappe gingen zwei Töchter hervor: 

Sofie Maria 02.07.1914 bis 25.11.2008
Anna Maria 04.01.1919 bis 18.10.2000

war seit dem 03.01.1940 mit Dr. Friedrich Wilhelm Brinkmann  verheiratet. 

Im Oktober 1948 trat Dr. Friedrich Wilhelm Brinkmann (23.03.1908 bis 13.06.1985) als alleiniger persönlich haftender Gesellschafter in die Firma Hub. Krementz Wwe. ein. Mit seiner Frau Anna Maria Trappe, genannt Mia fielen ihm die Aufgabe und Verpflichtung des Wiederaufbaues des Unternehmens nach dem Zweiten Weltkrieg zu. Die Ehe blieb kinderlos.

Derzeit wird die Firma Hub. Krementz Wwe. von Rolf Rainer Brinkmann-Schwalbe geleitet.

 

(28)   Brief von Dr. Walter Trienes vom 09.03.1988 an seine Nichte Hanne Thannheimer geb. Trienes. Walter Trienes (1901 bis 1990) war der Sohn von Peter Trienes (1868 bis 1943), ein Bruder von Sofie Kremenz geb Trienes