Bernhard Fienup kam aus dem evangelischen Städtchen Lingen im Emsland nach Euskirchen. Er war im späteren Amt für Agrarordnung als Beamter tätig und wurde in das Presbyterium der evangelischen Kirche in Euskirchen gewählt. Seine Tochter Anna Josefine - eine von sechs Kindern und im Jahre 1900 geboren - entstammte folglich dem evangelischen Kulturkreis, eine damals nicht selbstverständliche Position im überwiegend katholisch geprägten Rheinland. Eine evangelische Gemeinde gab es hier erst seit 1876 und die Einweihung der Kirche an der Kölner Straße erfolgte 19 Jahre später.
Josefine Fienup war Lehrerin der evangelischen Schule in Euskirchen, die 1891 als einzügige Schule in wechselnden Gebäuden ihren Dienst begann. Fienup nahm ihre Tätigkeit 1929 an der zu dieser Zeit bereits zweizügigen Schule auf. Das gesamte Kollegium bestand aus gerade einmal zwei Personen.
Im Jahre 1939 wurde die Konfessionsschule durch das nationalsozialistische Regime aufgelöst und auf die verschiedenen Gemeinschaftsschulen der Stadt Euskirchen verteilt. Dies machte man nach dem Krieg durch die damaligen Besatzungsmächte rückgängig und eröffnete erneut eine evangelische Volksschule. Man erfasste zunächst alle Grundschüler in einer Klasse. Die Unterbringung erfolgte zu Beginn in der Gehörlosenschule – heute neben dem EDEKA Markt –, später erhielt sie einen Raum in der Nordschule. Schon 1945 übernahm Josefine Fienup die frei gewordene Leitung der Schule. Sie war es bis 1963.

