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Josefine und Maria Reiff - Feld 43, Nr. 86 – 87 a

Reiff_Maria Anna_Feld43_Nr86-87A

Um 1925 errichtet; Grabstein aus Naturstein, die Gestaltung erfolgt in schlichten geometrischen Formen; als Schmuck werden im Giebel stilisierte Rosen mit Band (Symbol für Liebe und Vergänglichkeit) verwendet.

Inschrift: Mein Jesus Barmherzigkeit

Richard Reiff (07.02.1849 bis 26.09.1931) war mit Anna Katharina Breuer (18.01.1849 bis 24.03.1924) verheiratet. Beide stammten aus Euskirchen. Aus der Ehe gingen drei Töchter und ein Sohn hervor:

Josefina (Josefine) Maria Adelheid  20.05.1880 bis 20.09.1968
Maria Anna  06.10.1881 bis 16.07.1968
Sibilla 26.06.1883 bis 24.12.1955
Ferdinand Reiff  21.06.1890 bis 13.05.1964

Richard Reiff war ein alter Veteran der Euskirchener Zentrumspartei, gläubiger Christ und steter Streiter für die katholischen Interessen besonders in den unseligen Jahren des Kulturkampfes (1871 bis 1887).

Seine drei Töchter erfuhren eine sorgfältige Erziehung in einem Kloster im Rheinland. Die beiden Älteren, Josefina (Josefine) Maria Adelheid (20.05.1880 bis 20.09.1968) und Maria Anna (06.10.1881 bis 16.07.1968) wurden zusätzlich zu Lehrerinnen ausgebildet und waren viele Jahre an der Westschule (später Martinsschule) tätig. Vor ihrer Tätigkeit an der Westschule war Josefine Reiff Privatlehrerin und lebte vom 19.05.1900 bis zum 11.08.1906 in Weilerswist. Die Jüngste, Sibilla (26.06.1883 bis 24.12.1955), führte zunächst ihren Eltern und später ihren Schwestern den Haushalt. Alle Töchter blieben unverheiratet und wohnten bis zu ihrem Tode im Elternhaus Mittelstraße 8. (89)

Die Schwestern Reiff waren alle im kirchlichen Leben der Gemeinden St. Martin und später auch Herz Jesu aktiv, eine größere Anzahl kunstvollen Paramenten sind von ihnen angefertigt worden. Im Dritten Reich mussten sie oft mit den Schikanen der damaligen Machthaber und Parteimitgliedern fertig werden. Mit den Schülerinnen, die nicht im Bund Deutscher Mädchen waren und samstags zur Schule mussten, wurde statt Unterricht Wanderungen zu den einzelnen Pfarrhäusern in der Umgebung Euskirchen gemacht. Freundschaftliche Verbindungen bestanden zu Pastoraten und zu angesehenen Bauernfamilien der umliegenden Dörfer. (90)

Der Familienname „Reiff“ geht auf den althoch- bzw. mittelhochdeutschen Vollnamen „Ricfried“ zurück, was bedeutet „der mächtige Schützer“.

 

(89)   Aufzeichnungen von Frau Anna Hampe, geb. Reiff, Ibbenbüren

(90)   Mitteilung von Frau Elisabeth Lingscheidt, Euskirchen