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Magdalene und Emilie Hänel - Feld 21 A, Nr. 62 – 65

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Magdalene und Emilie Hänel waren beide Lehrerinnen in Euskirchen und haben sich besonders um die bildungsfernen Teile der Bevölkerung uneigennützig gekümmert. Das war damals überhaupt nicht selbstverständlich.

Der Vater war 1897 aus der Lausitz als gelernter Töpfer eingewandert, als in Euskirchen die Westdeutschen Steinzeugwerke nahe dem Bahnhof den Betrieb aufnahmen. Dort arbeitete er als Ausbilder für das Töpferhandwerk. Er wollte eine Euskirchener Frau aus streng katholischem Haus heiraten. In deren Familie waren alle dagegen, dass die Tochter einen „Ketzer” (also einen Evangelischen) heiratete und so verweigerte die Familie den Brautleuten die Ausrichtung der Hochzeit. Am 8. Februar 1901 wurde trotzdem in Euskirchen, aber auf Kosten der Unternehmergattin Antonie Frings, katholisch geheiratet. So verhärtet waren die Moral- und Sittenvorstellungen damals.

Aus der Ehe gingen vier Töchter hervor. Die beiden ältesten Töchter Magdalene und Emilie besuchten die Ostschule und anschließend die Präparandie, das war bis in die 1950ger Jahre eine Vorbereitungsschule für den Lehrerberuf und das Lehrerseminar. Beide bestanden ihre Examina. Aber es war die Zeit nach dem ersten Weltkrieg, eine Anstellung konnten sie beide nicht finden. Große Erwerbslosigkeit und wirtschaftlicher Niedergang prägten die Gesellschaft.

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Magdelene arbeitete zunächst als Bürokraft bei der Stadt Euskirchen und dann bei der Berufs- und Handelsschule. Erst viele Jahre später konnte sie in Friesheim eine Stelle als Volksschullehrerin antreten. Die Schwester Emilie fand erst in der so genannten „Taubstummenanstalt” (das war die Gehörlosenschule) eine Tätigkeit als Bürokraft. In dem erlernten Beruf konnte sie ab 1934 für 7 Jahre als Hilfslehrerin in Wißkirchen arbeiten, wechselte dann 1942 an die Westschule, an der auch ihre Schwester Helene inzwischen unterrichtete. Dort blieben die beiden bis zu ihrer Pensionierung 1966.

Über die Tätigkeit an der Schule hinaus waren beide Schwestern im Ehrenamt, engagiert für die armen und eher schlecht angesehenen Bürger im Rosental, einem sozialen Brennpunkt am Stadtrand. Neben der Lebensmittel- und Wohnraumversorgung in der Nachkriegszeit betraf das auch in der Wohlstandszeit die Beschaffung von bezahlbaren Wohnungen, Einsatz für Straßenbeleuchtung, Straßen und Wege zum Rosental und die Hausaufgabenbetreuung für Schulkinder. Auch nach dem Tode der Schwester Magdalene 1984 blieb Emilie Hänel weiter in der Caritas-Gemeinschaft engagiert, war 12 Jahre lang Mitglied im katholischen Pfarrgemeinderat, arbeitete bei der Gründung des Altenclubs oder dem „Arbeitskreis Rosental“ mit.

 

Traueranzeige_Hänel

Für ihre selbstlose und außergewöhnliche Einsatzbereitschaft für ihre Mitmenschen erhielt sie hohe staatliche und kirchliche Auszeichnungen. Sie starb im hohen Alter von 91 Jahren.

Magdalene und Emilie Hänel