Magdalene und Emilie Hänel waren beide Lehrerinnen in Euskirchen und haben sich besonders um die bildungsfernen Teile der Bevölkerung uneigennützig gekümmert. Das war damals überhaupt nicht selbstverständlich.
Der Vater war 1897 aus der Lausitz als gelernter Töpfer eingewandert, als in Euskirchen die Westdeutschen Steinzeugwerke nahe dem Bahnhof den Betrieb aufnahmen. Dort arbeitete er als Ausbilder für das Töpferhandwerk. Er wollte eine Euskirchener Frau aus streng katholischem Haus heiraten. In deren Familie waren alle dagegen, dass die Tochter einen „Ketzer” (also einen Evangelischen) heiratete und so verweigerte die Familie den Brautleuten die Ausrichtung der Hochzeit. Am 8. Februar 1901 wurde trotzdem in Euskirchen, aber auf Kosten der Unternehmergattin Antonie Frings, katholisch geheiratet. So verhärtet waren die Moral- und Sittenvorstellungen damals.
Aus der Ehe gingen vier Töchter hervor. Die beiden ältesten Töchter Magdalene und Emilie besuchten die Ostschule und anschließend die Präparandie, das war bis in die 1950ger Jahre eine Vorbereitungsschule für den Lehrerberuf und das Lehrerseminar. Beide bestanden ihre Examina. Aber es war die Zeit nach dem ersten Weltkrieg, eine Anstellung konnten sie beide nicht finden. Große Erwerbslosigkeit und wirtschaftlicher Niedergang prägten die Gesellschaft.


